Balearen

Was man über die Balearen wissen sollte

Die Balearen

Ganz im Westen des Mittelmeers, vor der Ostküste Spaniens, liegen die Balearischen Inseln, autonome Region innerhalb des spanischen Staates. Zu den Balearischen Inseln gehören Ibiza, Mallorca, Menorca und Formentera, aber auch um die 100 kargen und nur von Vögeln bewohnten kleinen Felsgebilde. Teile davon wurden zu Naturschutzgebieten erklärt.

Politisch bilden Mallorca und Menorca eine Verwaltungseinheit, ebenso wie Ibiza und Formentera, die geografisch auch Pityusen genannt werden, da früher grandiose Pinienwälder auf den beiden Inseln vorherrschten, bevor die Wälder fast völlig abgeholzt wurden. Hauptstadt der autonomen Region der Balearen ist Palma de Mallorca, auf den anderen Inseln gibt es Verwaltungen, die jedoch einen großen Spielraum für eine eigene Inselpolitik haben.
Offizielle Amtssprachen sind in erster Linie Spanisch, aber auch Katalanisch, das mit Spanisch eigentlich nichts gemein hat. Oft sind die Verkehrs- und Hinweisschilder nur in Katalonisch beschriftet, was zu Problemen führen kann.

Das Klima der Balearen ist überwiegend mediterran mit milden Wintern zwischen 15 und 17 Grad Celsius, aber extrem heißen Sommern. Doch die Klimaveränderung hat zwischenzeitlich auch Mallorca erreicht, das beständig schöne Wetter gibt es in seiner bisherigen Form nicht mehr.
Dies musste auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erfahren, als sie im Mai 2008 ihre Vorbereitungen auf die Europameisterschaft begann und es fast zwei Wochen lang nur regnete und ziemlich kühl war, während es in Deutschland tropische Temperaturen gab.

An heftige Stürme, Starkregen und gar kleinere Tornados müssen sich die Bewohner der Inseln wohl gewöhnen. Die gute Seite an diesen Wetterveränderungen ist die Tatsache, dass es kaum noch Wassermangel gibt, wofür die gut gefüllten Stauseen garantieren.

Doch die Balearen sind so vielfältig, so interessant und spannend, so erholsam und sportlich, und da das schöne Wetter immer noch überwiegt, eine Garantie für einen wunderbaren Urlaub.


Offizieller Name:
Illes Balears (catalán); Islas Baleares (castellano)

Landesflagge:
vier rote horizontale Balken auf gelbem Grund, links oben
ein lilafarbenes Rechteck, darin eine weiße Burg mit fünf Türmen

Fläche der Inseln:
Mallorca: 3640 Quadratkilometer
Menorca: 716 Quadratkilometer
Ibiza/Eivissa: 572,6 Quadratkilometer
Formentera: 83,2 Quadratkilometer
insgesamt: 5012 Quadratkilometer
etwa ein Prozent der Gesamtfläche Spaniens (504.782 Quadratkilometer)

Küstenlänge:
1428 Quadratkilometer

Geografische Lage:
vor der östlichen Mittelmeerküste Spaniens

Wetter (alle Angaben im durchschnittlichen Jahresmittel):
Mediterranes Klima.
Tages-Höchsttemperatur: 21,9 °C,
Tages-Tiefsttemperatur: 9,7 °C.
Sonnenstunden pro Jahr 2851.
Frosttage: 20

Niederschlagsmengen:
Mallorca: 225,7 Millimeter
Ibiza/Formentera: 293 Millimeter.
Menorca: 420 Millimeter
Regentage: 95 Tage
Schneetage: 0,5

Einwohner:
etwa 983.100, davon rund 65.000 Ausländer. Das entspricht ca. 196 Einwohner pro Quadratkilometer

Sprachen:
Katalanisch (catalán), Kastilisch (castellano)

Größere Städte:
Palma de Mallorca, Llucmajor, Vila d’Eivissa, Calvi , Inca, Manacor, Maó

Balearen-Feiertag:
„Dia de les Illes Balears“ am 1. März (Tag der Autonomie)


Geographie
Die Landschaft der balearischen Inseln ist von großer Vielfalt. Im Norden und Westen Mallorcas erheben sich zwei Gebirgszüge: die „Serra Tramuntana“ und die „Serra de Llevant“. Der „Puig Major“ ist der höchste Berg Mallorcas mit 1445 Metern Höhe, ihm folgt der „Puig de Massanella“ mit 1340 Metern Höhe. Der Süden und Osten Mallorcas wird von den Ebenen „Migjorn“ und „Es Pla“ geprägt. Der Norden und Süden Ibizas hat zwei kleinere Gebirge, Menorca ist von kleineren Hügeln geprägt, Formentera dagegen ist fast eben.

Bevölkerung
Fast eine Million Menschen leben zwischenzeitlich auf den Balearen. Davon jedoch leben etwa rund 80 Prozent auf Mallorca. Dazu kommen jährlich etwa zehn Millionen Touristen auf die Inseln. Alleine neun Millionen davon verbringen ihren Urlaub auf Mallorca. Offiziell leben über 65.000 Ausländer auf den Balearen, dies sind jedoch nur die, die dauerhaft hier leben. Man schätzt, dass etwa 13 Prozent aller in Spanien lebenden Ausländer auf den Balearen ihren Wohnsitz haben.

Deutsche auf den Balearen
Auch den deutschen Bevölkerungsanteil kann man nur schätzen. Es sollen etwa 60.000 Deutsche sein, die ständig oder häufig auf den balearischen Inseln leben, davon wiederum etwa 80 Prozent auf Mallorca. Genaue Zahlen kennt man nicht, aber über 80.000 Immobilien sollen Deutschen gehören.

Etwa 30 Prozent der auf den Balearen ansässigen deutschen Bevölkerung, so wird geschätzt, sind älter als 55 Jahre. Nur 25 Prozent sollen im Alter zwischen 40 und 55 Jahren sein, darunter etliche Selbstständige. Sie haben dazu beigetragen, dass es vor allem auf Mallorca praktisch keine Bereitschaft der Deutschen gibt, sich in die balearische Gesellschaft zu integrieren. Laut einer neuesten Umfrage sprechen wie über 58 Prozent der deutschen „Dauerresidenten“ auf den Balearen weder Katalanisch noch Spanisch. Es hat sich eine deutsche Nebenkultur entwickelt, die immer mehr in die Kritik kommt.

Sprachen
Amtssprachen der Balearen sind Spanisch (castellano) und Katalanisch (catalán).

Geschichte
Die Geschichte der Balearen ist eine wechselvolle. Es gibt wohl keine Volksgruppe rund um das Mittelmeer, die auf den Balearen ihre Spuren hinterlassen haben: Griechen, Karthager, Römer, Vandalen, Byzantiner, Araber, Normannen, Almoraviden, Almohaden, Katalanen, Algerier, Türken, Engländer und bestimmt noch einige andere auch.

Eine erste Besiedlung gab es vermutlich schon in der Jungsteinzeit (7. bis 3. Jahrhundert vor Christus). Zwischen dem 1100 und 900 Jahrhundert vor Christus wurden die ersten festen Siedlungen gebaut. Die Karthager besetzten 654 vor Christus Ibiza, bauten aber auf allen Inseln Handelsstützpunkte und betrieben einen regen Sklavenhandel. Nach dem „Dritten Punischen Krieg“ besetzten die Römer etwa 123 vor Christus die balearischen Inseln. Sie schufen erstmals eine Infrastruktur auf den Inseln und nutzten die Inseln für ihre Landwirtschaft. Sie brachten Olivenbäume, Weinstöcke mit. führten den Getreidebau ein und bauten Straßen, Brücken, Theater und Burgen zu ihrem Schutz. Sie gründeten auch verschiedene Städte, so das heutige Palma de Mallorca und Pollentia.

Im Jahre 426 nach Christus überfielen die Westgoten die Balearen. Sie wurden einige Jahre später von den Vandalen vertrieben, die fast alles, was die Römer auf den Inseln einführten und bauten, zerstörten. Auf die Vandalen folgte das oströmische Reich, und zu Beginn des 10. Jahrhunderts besetzten die Mauren die Balearen und machten sie zu einem Teil des Kalifats Córdoba. Die Mauren stellten einen Teil der Infrastruktur wieder her, bauten gut funktionierende Bewässerungssysteme und führten die landwirtschaftliche Terrassenkultur. Das Kalifat Córdoba erlaubte eine teilweise Autonomie, die Balearen wurden von einem Emir weitgehend selbstständig verwaltet.

Doch bereits im Jahre 1229 überfielen Katalanen und Aragonesen im Namen der katholischen Kirche Mallorca, Ibizas wurde 1235 überfallen und Menorca im Jahre 1287. Doch bereits 1276 machte sich Jaume II. zum König von Mallorca aus. Doch sein Königreich war bereits 1349 wieder Geschichte.

Einige Jahrhunderte lang gehörten die Inseln zur Krone von Aragón mit einer gewissen Autonomie. Bis Ende des 17. Jahrhunderts litt die Bevölkerung immer wieder unter den Überfällen von Piraten. Schutzbauten kann man noch heute an verschieden Orten der Balearen als Ruinen besichtigen.

Mit dem Friedensvertrag von Utrecht wurde Menorca von 1713 bis 1802 britisch, bis durch den Friedensvertrag von Amiens Menorca ein Teil Spaniens wurde. Die anderen Inseln wurden nach dem Spanischen Erbfolgekrieg im Jahre 1715 Teil des spanischen Territoriums. Dies hatte zur Folge, dass die Inselsprache Katalanisch durch das spanische „Castellano“ ersetzt wurde.

Während der Franco-Diktatur von 1939 bis 1975 wurden die Balearen verstärkt zentralistisch verwaltet. Die Provinzregierung wurde mit regimetreuen Beamten besetzt. Die eigene Kultur, die eigene Sprache und die eigene Identität der Inselbewohner wurden von den Franco-Wächtern gnadenlos unterdrückt.

Trotzdem begann etwa ab 1950 vor allem auf Mallorca der Massentourismus. Bereits 1962 wurden über eine Million Flugpassagiere gezählt. Inzwischen werden jährlich über 17 Millionen Passagiere registriert.

Nach der Wiederherstellung der Demokratie durch den spanischen König Juan Carlos wurde auch die Organisationsstruktur der Balearen erneuert. Am 1. März 1983 bekamen die Balearen ihre Autonomie zurück. Gefeiert wird deshalb der „Dia de les Illes Balears“ jährlich am 1. März.

Wirtschaft

Mit dem Fremdenverkehr stieg die Wirtschaftskraft der Balearen rasant an. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2004 schätzungsweise 19.709 Milliarden Euro. Dies waren etwa 2, 5 Prozent des spanischen Brutto-Inlandsproduktes. Das Pro-Kopf-Einkommen der Einwohner der Balearen ist eines der höchsten in ganz Spanien.

Die größte Einnahmequelle mit über 80 Prozent ist der Dienstleistungssektor. Etwa 73,5 Prozent der Bevölkerung arbeiten im Dienstleistungsbereich, hauptsächlich im Tourismus. Man schätzt die Bettenzahl auf den Balearen auf über 420.000.

Die Industrie der Balearen ist überwiegend durch kleinere und mittlere Betriebe geprägt, die vor allem Bedarfsgegenstände wie Schuhe, Modeschmuck, Lederwaren und Textilien herstellen, für den Export und für die Touristen. Ein beachtlicher Teil der Industrieexporte entfällt jedoch auch auf Maschinen und Metallwaren. Demgegenüber stagniert die Landwirtschaft oder ist gar rückläufig.

Umweltschutz
Nicht zuletzt um die Attraktivität der Balearen als Reiseziel zu erhalten, haben die Regierungen seit 1990 ihre Bemühungen zum Schutz der Umwelt verstärkt. Rund ein Drittel der Fläche wurde unter Naturschutz gestellt: als Naturschutzgebiet, Nationalpark oder Naturreservat. Menorca wurde auf Grund der Bedeutung der Ökosysteme an ihren Küsten sogar von der Unesco zum Welt-Biosphärenreservat erklärt.

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