Menorca – Urlaub im Biosphären-Reservat

In der Übersetzung heißt Menorca – die kleinere. Das mag größenmäßig stimmen, aber ganz bestimmt nicht als alternatives Urlaubsziel zu Mallorca oder Ibiza: eine überschaubare Anzahl von Touristen und ein Wandergebiet der Extraklasse. Im Norden, mit dem so fruchtbaren Boden, den grünen Hügeln, Weiden und Wiesen, oder im Süden mit seinen weiten Ebenen und spektakulären Schluchten und weitläufigen Stränden - weitgehend hat der Mensch der Natur auf Menorca ihren freien Lauf gelassen.

Die „Insel des Windes“, ein UNESCO-Vorzeigemodell, das auf der ganzen Erde für große Aufmerksamkeit sorgt. Es geht um das von den Menorquinern traditionelle gelebte Miteinander von Mensch und Natur, also ein Biosphären-Reservat der Harmonie.

Dabei sieht die Insel auf den ersten Blick wie mit Steinen übersät aus. Der Grund hierfür ist schnell erklärt: Tatsächlich ist Menorca eine windige Insel, doch um das Vieh und ihre Weiden vor dem Wind zu schützen, hat man schon seit vielen Generationen Mauern aus Natursteinen aufgeschichtet, die geometrischen Formen gleich die ganze Insel überziehen. Und von den Hügeln grüßen die unglaublich weißen Bauernhäuser herunter auf das das satte Grün der Weiden. Ein traumhaftes Bild. Und hier kommt auch die Milch her, die man für ausgezeichneten „Queso de Mahón“ benötigt. Den besten Käse soll es in der Käserei der Finca „Hort de Sant Patrici“ geben. Hier befindet sich auch ein interessantes Käse-Museum, das „Museo del Queso“. Mehr zum Thema Käse finden Sie in der Rubrik „Kulinarisches Menorca“.

Man wandert auf Menorca zu den Kultstätten und „Taulas“, auf Trampelpfaden und oft unwegsamen Gelände und entdeckt hinter jedem Felsen, hinter jedem Hügel ein neues Gesicht der Insel: meist die fast unberührte Natur, grandiose Schluchten oder kleine Badebuchten. Wanderungen auf Menorca sind etwas für Genießer und nichts für „Tempobolzer“. Zu viel kann man am Wegesrand entdecken: wunderbare Blumen und unbekannte Pflanzen, viele mediterrane Insekten, Vögel, die buntesten Schmetterlinge und unendlich viele Orchideen, die man als Laie gar nicht auf den ersten Blick als solche erkennen kann.

Besonders die Küste im Norden Menorcas ist weitgehend ohne menschliche Eingriffe erhalten. Nichts hat sich hier seit vielen 100 Jahren verändert: keine riesigen Hotelanlagen oder Ferienclubs. Das ganze Gebiet steht unter Naturschutz und ist Teil eines Naturschutzgebietes, das fast die Hälfte der Insel ausmacht. Die wenigen Feuchtgebiete konnte man so retten und Tausenden von Zugvögeln die so wichtigen Rastplätze erhalten.

Im wilden, windigen Norden am „Cap de Cavalleria“ wird die bizarre Felsenwelt vom feinen Sand der „Platja de Cavallieria“ abgelöst. Und da sind sie, gerade hier, diese einmaligen Düfte Menorcas, die jedem die Sinne berauschen. Vor allem die bei Heilpraktikern verehrte Mahón-Kamille duftet mit anderen Pflanzen und Blumen um die Wette.


Menorcas „große“ Städte

Es gibt auf Menorca nur zwei Städte, die diesen Namen verdient haben: die Inselhauptstadt Mahón im Osten, auch Maó genannt, und genau am anderen Ende der Insel im Westen die frühere Hauptstadt Ciutadella. Mahón liegt am Ende einer etwa sechs Kilometer langen Bucht auf einem riesigen Felsplateau, zu dessen Füßen der große, aber idyllische Naturhafen liegt. Alle bedeutenden Schifffahrtsnationen haben von Mahón aus schon einmal die Insel besetzt: die Römer, die Byzanthiner und natürlich die Araber, auch die Spanier, Franzosen und im 18. Jahrhundert die Engländer.


Mahón

Die Engländer machten Mahón zur neuen Inselhauptstadt – und noch heute kann man zahlreiche Spuren entdecken, die die Engländer hinterlassen haben. Manche Häuser erinnern durch ihre Erker und die Türen mit ihren reich verzierten Messingklopfern mehr an eine englische Kleinstadt als an eine spanische Inselhauptstadt. Eine hochprozentige Hinterlassenschaft der Engländer ist auch die Gin-Fabrikation. Die Destillerie am Hafen stellt noch heute den weltberühmten, ausgezeichneten „Ginebra de Mahón“ her.

Rund um den Hafen findet man viele Geschäfte sowie Restaurants, und die Hafenpromenade „Baixamar“ ist eine echte Flaniermeile. Der Hafen von Mahón ist vor allem abends und nachts ein Anziehungspunkt, denn über 60 Restaurants und Bars säumen die Uferstraße. Doch am Schönsten ist es am frühen Morgen, um den Fischern beim Auslaufen zuzuschauen, oder am späten Nachmittag, wenn sie wieder mit ihrem Fang zurückkehren. Tagsüber kann man die Kreuzfahrtschiffe und Fähren beobachten.


Ciutadella

Ciutadella dagegen ist eine Stadt voll gestopft mit Historie und Geschichte. Sie ist noch heute Sitz des Bischofs und seiner mächtige Kathedrale. Einst residierten in Ciutadella die Kalifen und die gefürchteten katalanischen Eroberer. Die Letzteren haben die Stadt besonders spanisch gemacht: uralte Adelspaläste und Herrensitze mit den typischen Patios, schattigen Laubengängen und Arkaden, meist im maurischen Stil, wie man ihn aus Andalusien kennt.

Im Mittelalter hatte Ciutadella große Bedeutung als Handelsstadt. Im 17. Jahrhundert war die Stadt so reich, dass auch pompöse religiöse Bauwerke im italienischen Stil gebaut werden konnten. Zu sehen ist dies alles in der historischen Altstadt mit ihren verwinkelten und kopfsteingepflasterten Gassen. Besonders der ehemalige arabische Statthalterpalast, in dem heute das Rathaus untergebracht ist, der später zu einem königlichen Palast umfunktioniert wurde, ist ein herausragendes Zeugnis dieser Epoche. Nicht zu vergessen die Kathedrale, die auf den Grundmauern einer arabischen Moschee errichtet wurde. Die Bevölkerung nennt die Stadt als „Hüterin der Traditionen“.


Gefahr durch die „Rissaga“

Malerisch an einer besonders tiefen Bucht liegt der Hafen von Ciutadella. Hafen und Stadt haben besonders für Meteorologen einen ganz besonderen „Reiz“: wegen der „Rissaga“. Der Hafen liegt so ungünstig, dass bei ganz bestimmten meteorologischen Ereignissen Riesenwellen, also Tsunamis, entstehen können. Dann wird der gesamten Bucht das Wasser entzogen und dieses kehrt in Form einer Riesenwelle wieder zurück. Erst im Jahre 2006 kam es zu solch einem Horrorereignis, zum Glück ohne Folgen für die Menschen, aber mit Schäden in Millionenhöhe, besonders an den Fischerbooten. Ansonsten ist der Hafen voller Leben mit wunderbaren Bars und Restaurants. Ganz in der Nähe liegt die „Plaza des Borne“, Mittelpunkt für die „Fiestas de San Juan“ und die „Fiestas san Fermin“.


Sportmöglichkeiten auf Menorca

Menorca ist ein ideales Gebiet für Wassersportler. Besonders Surfer, Segler und Taucher finden hier die allerbesten Bedingungen. Die besten Surfreviere befinden sich an der Küste von „Cala'n Bosch“ im Südwesten, vor allem aber in der „Bucht von Fornells“ im Norden. Hier liegen auch die die schönsten Tauchgebiete Menorcas.

Mit ein wenig Kondition kann man auch mit dem Fahrrad über die Insel radeln. Es gibt keine hohen Berge, und die die vielen Hügel sind durchaus machbar. Seit vielen Jahren haben sich Reiterferien auf Menorca etabliert. Verschiedene Reiterhöfe bieten alles für Ross und Reiter, vom Reitkurs bis hin zu spektakulären Ausritten in den abgelegensten Gebieten. Golfspieler können ihrem Sport in „Son Parc“ bei „Es Mercadal“ nachgehen.


Ausgehen

Man muss wissen, dass Menorca auf keinen Fall Mallorca oder Ibiza mit ihrer Diskothekenflut nacheifern möchte. Die Gäste sind auch andere, es sind nicht die Nachtschwärmer, die Nacht für Nacht durchtanzen. Einige Diskotheken gibt es in den großen Städten Mahón und Ciutadella vor allem rund um die Hafenviertel. Das ungewöhnlichste Tanzvergnügen bietet jedoch die „Cova d'en Xoroi“ bei „Cala d'en Porter“. Hier hat man eine alte Piratenhöhle zu einer wunderbaren Diskothek umgebaut. Doch gemütliche Restaurants und Tapas-Bars gibt es überall – auch in den kleinsten Dörfern.

Zusammenfassen kann man feststellen, dass ein Urlaub auf Menorca ein Urlaub der anderen Balearen-Art ist. Eine andere Natur, eine andere Geschichte, ein anderer Menschenschlag – einfach ein Urlaub der besonderen Art.


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