Feste auf Menorca: Von der Schlacht mit Haselnüssen bis hin zu Rebhühnern

Im Normalfall sind die Menorquiner eher ruhig, ja fast bedächtig. Das Wort Hektik scheint in ihrem Sprachgebrauch gar nicht zu existieren. Vielleicht nicht überall gleichermaßen ausgeprägt, doch eine Pauschalierung ist hier durchaus angebracht. Man lebt tief verwurzelt im katholischen Glauben, ohne dabei im Widerspruch zur Verehrung der mystischen Kultstätten zu stehen. Man hat sich arrangiert und den Glauben nur noch etwas erweitert. Doch die beschauliche Welt der Menorquiner verändert sich total, wenn eines der vielen Patronatsfeste gefeiert wird – hat doch jedes Dorf, ja jede kleine Ansiedlung einen eigenen Schutzpatron, dem mindestens einmal im Jahr gehuldigt werden muss.

Zu jedem Patronatsfest gehört eine große Prozession, in der ein Bildnis des oder der Schutzheiligen durch die Stadt getragen wird. Aber nach der Prozession, dann zeigt die Menorquiner, dass sie auch richtig feiern können, dann fließt die „Pomada“, Gin mit Zitronenlimonade, in Strömen, dann wird das beste aus Küche und Keller aufgefahren, dann wird ausgiebig getanzt, zu traditioneller, aber auch zu moderner Musik.


DIE WICHTIGSTEN UND SPEKTAKULÄRSTEN FESTE AUF MENORCA

17. Januar in Ciutadella: Das Jahr beginnt mit dem Fest zu Ehren des Heiligen Anton, die „Fiesta Sant Antoni“. Es ist das erste Fest des Jahres auf den Balearen überhaupt. Verbunden ist das „Sant-Antoni-Fest“ mit einer Landwirtschaftsausstellung, für die Urlauber jedoch interessanter ist die große Kunsthandwerkermesse – mit lustigem Kitsch, zahlreichen Devotionalien, aber auch mit wirklich guten Exponaten.


„Els Tres Tocs“ - Die Drei Schläge

Doch es ist nicht nur ein katholisches Fest, es erinnert auch an ein geschichtliches Ereignis: „Processó dels Tres Tocs“, der „Umzug der drei Trommelschläge“. Er erinnert an den Einzug von König Alfonso III. mit seinen Truppen nach dem Sieg über die Mauren in die Stadt am 17. Januar 1287 und den Anschluss der Balearen an das Königshaus von Aragon.

Das gesamte Fest ist ein einziges Ritual: Zuerst wird in der Kathedrale „Basílica de Ciutadella“ eine feierliche Messe gelesen. Der Bischof predigt über die Geschichte der Reconquista, der Befreiung Spaniens von den Mauren. Der Messe folgt ein Umzug. Vorne drei Bürger im Frack auf Pferden, mit Weste, weißer Hose und blank geputzten Reitstiefeln, und auf dem Kopf einen Zweispitzhut. Der Anführer dieser Gruppe trägt auch die alte Stadtfahne, gefolgt von weiteren zahlreichen Reitern und „Heerscharen“ zu Fuß, bis hin zu den alten Stadtmauern, wo alle von ihren Pferden absteigen. Wo sich einstmals das Stadttor befand, wird drei Mal mit der Fahnenspitze auf den Boden geschlagen, begleitet von drei Trommelschlägen, um symbolisch die Öffnung des Stadttores für König Alfonso zu demonstrieren - und dann erklingt sehr feierlich die spanische Nationalhymne.

Auf der „Plaça Sant Antoni" wurde zwischenzeitlich ein großer Markt aufgebaut, auf dem man Obst der Insel, aber auch Datteln oder Zwergpalmen kaufen kann. Überall, in den Bars und Restaurants, aber auch an den Marktständen wird bis tief in die Nacht hinein gefeiert. Wer im Januar seinen Urlaub auf Menorca verbringt, sollte dieses Fest auf keinen Fall versäumen.


Ostern und die Karwoche

Die „Semana Santa“, die heilige Woche, ist auf der ganzen Insel geprägt von zum Teil sehr aufwändigen religiösen Zeremonien. Und an Ostern selbst feiert man das Fest mit traditionelle Osterumzügen in allen größeren Ortschaften. Hier sollte man sich vor Ort kundig machen.

Juni in Ciutadella, „Festes de Sant Joan“: Wiederum in Ciutadella findet das größte und spektakulärste Fest der Balearen statt: „Festes de Sant Joan“. Zu diesem Ereignis kommen Besucher aus ganz Spanien, um die Reiterspiele mit über 100 Reitern auf den schwarzen Menorca-Hengsten zu sehen. Höhepunkt ist aber der spektakuläre „Jaleo“ auf der „Plaça d'es Born“, wenn eine Musikkapelle zu spielen beginnt, bäumen sich die Pferde mit ihren Reitern auf dem Rücken mitten in der Menschenmenge auf, dass der Eindruck entsteht, die Pferde würden zur Musik der Kapelle tanzen. Mutige Jugendliche versuchen immer wieder vor den Pferden herumzufuchteln und sie anzuschreien, um sie immer wieder zum Aufbäumen zu animieren.

Und dann kommt die Schlacht der Haselnüsse, auf die alle Jugendlichen gewartet haben. Mehrere Tonnen, ja in der Tat Tonnen, von Haselnüssen werden zu Wurfgeschossen umfunktioniert. Es werden heiße Straßenkämpfe ausgetragen, Regeln gibt es keine, doch es scheint Spaß zu machen – nur die Erwachsenen machen sich aus dem Staub. Am Ende des Festes wir ein grandioses Feuerwerk abgebrannt – und danach freut man sich schon wieder auf das nächste Jahr.

15./16. Juli, Bootsprozessionen in verschiedenen Fischerhäfen: „Virgen del Carmen“ ist die Schutzpatronin aller Seeleute und Fischer. In den Häfen von Mahón, Ciutadella und Fornells wird mit Bootsprozessionen die Jungfrau verehrt, aber man gedenkt auch der auf dem Meer verschollenen Fischer. Die Boote sind wunderbar geschmückt und natürlich mit Bildern der „Virgen del Carmen“ versehen.

Letztes Juli-Wochenende in Fornells, Patronatsfest „Sant Antoni Abat“: Dieses Fest ist sehr von Folklore geprägt. Volkstanzgruppen von der ganzen Insel kommen nach Fornells. Die gesamte „Plaça S'Algaret“ in der Nähe des Hafens wird zu einem riesigen Tanzplatz umgestaltet, umgeben von zahlreichen Ständen mit Spezialitäten der Insel und der Balearen. Während dieses Festes gibt es auch mehrere Reiterumzüge, die ebenfalls an der „Plaça S'Algaret“ enden.


WEITERE SEHENSWERTE FESTE:

Drittes Juliwochenende in Es Mercadal: „Sant-Marti-Patronatsfest“: Paraden mit Riesenpuppen, Marschmusik und Reiterumzügen.
Wochenende nach dem 10. August in Alaior: Patronatsfest Sant Llorenç: Reiterprozession, Kutschenumzug, Folklore-Darbietungen und großes Feuerwerk.
Mitte August in Sant Climent: Patronatsfest Sant Climent. Höhepunkt ist ein gigantisches Paella-Essen aus einer Riesen-Pfanne.
Weitere Patronatsfeste finden im August in Ferreries und Sant Lluís statt.
Erste Septemberwoche in Mahón: Es ist eines größten, aber keineswegs traditionellen Patronatsfeste, das zu Ehren der Schutzheiligen „Nuestra Señora de Grácia“ abgehalten wird. Es ist mehr ein Volksfest mit zahlreichen Unterhaltungsgeräten.


EIN SPEZIELLER TIPP

Letztes Januar-Wochenende in Es Mercadal: Rebhuhnmesse
„Fira de la Perdiu“, die Rebhuhnmesse, in der sich drei Tage lang alles um das Rebhuhn dreht. Veranstalter ist die Vereinigung „Perdigueters de Es Mercadal“, die sich ausschließlich dem Rebhuhn widmet und dessen Ansiedlung auf Menorca forciert, um es dann zu bestimmten Jahreszeiten abzuschießen. Doch an diesem Wochenende haben frei lebenden Rebhühner keine Feinde. Aber natürlich geht es ohne lebende Rebhühner bei solch einem Fest auch nicht – diese sind ausschließlich männlich, abgerichtet und müssen sich am schönsten Lockruf messen lassen. Da kann man nur sagen Glück gehabt, Renhuhn, denn während des Rebhuhnfestes findet eine Hasenjagd statt, an der bis zu 500 Jäger teilnehmen. Da heißt es bei den Hasen: „Rette sich wer kann!“

Dann doch lieber die wunderbaren Konditorwaren von Es Mercadal probieren. Man sollte sich die Namen Amargo, schmeckt etwas bitter, Crespell und „Brazo Gitano“, eine süße Roulade, nicht entgehen lassen. In der Stadtmitte von Es Mercadal befindet sich die Bäckerei mit dem Namen „Forn de Sa Plaça“, die diese Gebäcke herstellt und verkauft. Zum Abschluss dieses Festes gibt es auch hier eine Riesen-Paella, die man hier Volks-Paella nennt.


Weitere Feiertage auf Menorca

1. Januar: Neujahrstag
6. Januar: Dreikönigstag
1. März: Tag der Balearischen Inseln
1. Mai: Tag der Arbeit
25. Juli: Santiago (Schutzpatron Spaniens)
15. August: Mariä Himmelfahrt
12. Oktober: Dia de la Hispanidad (Jahrestag der Entdeckung Amerikas)
1. November: Allerheiligen
6. Dezember: Tag der Verfassung
8. Dezember: Mariä Empfängnis
25./26. Dezember: Weihnachten


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