Der Silberweg – eine Reise in die Geschichte Spaniens

Der Silberweg, der mit Silber gar nichts zu tun hat, beginnt eigentlich in Sevilla und endet, obwohl er kein Jakobsweg ist, in Santiago de Compostela. Dieser spektakuläre Weg führt zu den interessantesten und geschichtlich bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Extremadura, wenn nicht ganz Spaniens. Und auch zu den außergewöhnlichsten Übernachtungsmöglichkeiten, wie man sie nur hier findet.


Übernachten im Kloster

Zum Beispiel in Mérida im „Kloster Alcuéscar“, wo man morgens in aller Herrgottsfrühe vom Singen der Mönche geweckt wird. Es gibt keine festgeschriebenen Preise, man spendet – und das ist meist mehr als die Mönche erwarten. Man frühstückt irgendwo in der Stadt, an deren Ende schon die sanften Hügel der Extremadura beginnen und den Weg nach Cáceres zeigen. Um Cáceres zu erreichen fährt oder wandert man über 30 Kilometer durch einen immer etwas im Dunkeln liegenden, weil verwucherten mystisch wirkenden Steineichenwald.


Der Duft der Extremadura

Man ist alleine, wer die Einsamkeit liebt, wird hier sein Glück finden. Angeregt durch die unglaublichen Düfte, die den Reisenden Begleiten. Eine nie gesehene Blumenpracht und Vielfalt im Frühling. Es duftet so unglaublich intensiv nach Lavendel, der blühende Mohn scheint von hier zu stammen, er leuchtet in riesigen Teppichen, nur unterbrochen von Blumen, die man als Laie nicht zuordnen kann. Und dann die unvorstellbaren Weiten. In der Extremadura leben nur etwa eine Million Menschen auf einer Fläche, die ca. der Größe der Schweiz entspricht. Das sind noch die Auswirkungen der Flucht der Bevölkerung aus der Armut.


Der Silberweg

Weit über 2000 Jahre alt ist sie, die „Ruta de la Plata“, der Silberweg. Obwohl der Weg am Grab des Apostels Jakobus vorbeiführt, ist es kein Pilgerweg, wie viele glauben. Die Römer haben ihn angelegt, um wichtige Gebiete Spaniens zu erobern und ihn dann als wichtigen Handelsweg zu benutzen. In der Nähe von Cáceres, direkt am Silberweg, kann man Ausgrabungen eines römischen Feldlagers aus dieser Zeit besichtigen.

Nach dem Ende der römischen Zeit, entdeckten auch die Mauren, dass der Silberweg ideal für einen schnellen Eroberungszug ist. Der Silberweg war eine der wichtigsten Straßen für die Mauren, um Spanien im achten Jahrhundert zu erobern. Sie nannten die Straße „Ruta Bal'latta“, gepflasterter Weg. Die ähnliche Aussprache wie das spanische Wort für Silber, Plata, etablierte den Namen Silberstraße.

Etwa 300 Kilometer lang führt der Silberweg durch die Extremadura – von Monasterio im Süden und Baños de Montemayor im Norden. Der Silberweg ist ein 300 Kilometer langes Freiluftmuseum im Land der Konquistadores und der mehr oder weniger grausamen Ritter. Zwei der berühmtesten Konquistadores kamen aus der Extremadura Francisco Pizarro und Hernán Cortés. Jeder auch in deutschen Geschichtsbüchern beschrieben, als grausame Eroberer und Vernichter der peruanischen Inkas und der mexikanischen Azteken. In Spanien waren sie jedoch Helden und wurden durch ihre Eroberungszüge reich und mächtig. Und der Reichtum aus dieser Zeit säumt den Silberweg: Paläste und Burgen von unvorstellbarer Größe. In der Stadt Cáceres hört man irgendwann auf die Paläste zu zählen, in der Stadt Trujillo, mit einer der größten Maurenfestungen Spaniens, steht immer noch das Geburtshaus von Pizarro, eigentlich so, wie er es verlassen hat. Architektonisch hat sich das Mittelalter unverändert erhalten. Trujillo ist so spektakulär und original, wie man es so nirgendwo mehr sehen kann. Ähnliches entdeckt man in der Stadt Plasencia: Schlösser, Kirchen und ein Dominikanerkloster aus dem 16. Jahrhundert.

Der Silberweg schlängelt sich überwiegend an der Grenze zu Portugal entlang, zum Teil über grandiose Gebirgspässe auf abgetretenem Kopfsteinpflaster, über originale Brücken, wie sie von den Römern erbaut wurden, ebenso wie die Thermen in Baños de Montemayor, die heute zu den modernsten in ganz Europa gehören. Das bedeutendste Zeugnis römischer Geschichte ist Mérida, Weltkulturerbe der UNESCO. Das riesige Aquädukt, das Theater für über 6000 Zuschauer und der „Tempel der Diana“ – Reste einer einstigen Weltstadt, die Cäsar zum Rom Spaniens machen wollte.

Die Abgeschiedenheit der Extremadura ist für die Geschichte Spaniens zu einem Glücksfall geworden. Niemand hat sich für dieses Gebiet interessiert, und so blieben die einzigartigen Baudenkmäler aus römischer und maurischer Zeit, die Baudenkmäler des Mittelalters und der Konquistadores fast unverändert erhalten. Deshalb ist die autonome Provinz Extremadura vielleicht die spannendste, auf jeden Fall aber ein Reiseziel der ganz besonderen Art und der Silberweg eine Reise in die wechselvolle Geschichte Spaniens.


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