Kanaren

Allgemeines

Die Kanarischen Inseln haben eine Gesamtfläche von etwa 7500 Quadratkilometern. Das nächstgelegene Land ist das ca. 150 Kilometer entfernte Marokko. Die Kanaren in ihrer Gesamtheit gehören geografisch zwar zu Afrika, politisch jedoch sind sie eine der 17 autonomen Regionen Spaniens, aber mehr als 1000 Kilometer vom Mutterland entfernt. Diktator Franco befahl, die Inselgruppe in zwei Provinzen aufzuteilen, und zwar in die Provinz Las Palmas, mit Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote, und in die Provinz Santa Cruz, mit Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro. Heute sind die Kanarischen Inseln eine einzige Region mit der Verwaltungshauptstadt Santa Cruz de Tenerife. Alle sieben Inseln haben eine eigene Verwaltung und sind verwaltungsmäßig in Gemeinden gegliedert, die „Ayuntamientos“. Das sind die Gemeindeverwaltungen in den Rathäusern. Die Amtssprache ist Spanisch. Es gibt keine eigene Sprache wie in Katalonien oder in anderen Regionen, jedoch einen eigenen Dialekt. Über zwei Millionen Menschen leben auf den sieben Inseln, über zwölf Prozent davon sind Ausländer, deren Anteil in manchen Gegenden aber bis zu 30 Prozent beträgt.


Die Eroberung durch Spanien

Der Eroberer der Kanarischen Inseln war ein normannischer Ritter, der bereits im Jahre 1402 auf Lanzarote an Land ging: Jean de Béthencourt. Im Auftrag des� Königshauses von Kastilien folgte die Eroberung der kaum bewohnten Inseln El Hierro und Fuerteventura. Es dauerte jedoch bis zum Ende des 15. Jahrhunderts bis alle Inseln unterworfen wurden. Die Eroberung der Kanarischen Inseln war begleitet von Mord und Totschlag. Rücksichtslos wurden die meisten Ureinwohner getötet oder als Sklaven verkauft. Dieses schreckliche Kapitel spanischer Geschichte ist bis heute noch nicht aufgearbeitet. Es gibt keine Guanchen mehr.

Die geografische Lage der Kanaren war auch der Grund, dass andere Nationen versuchten, Spanien die Inseln wieder zu entreißen. Erfolglos waren die Angriffe solch berühmter Seefahrer wie Sir Francis Drake, Admiral Robert Blake oder im Jahre 1797 Admiral Horatio Nelson. Nachdem Spanien die Kanaren erfolgreich verteidigt hatte, wurde das gesamte Archipel im Jahre 1821 zur spanischen Provinz erklärt. Schnell machte man Santa Cruz de Tenerife zur Hauptstadt, und die Wirtschaft begann zu blühen. Zuckerrohr, Wein und Bananen brachten sehr viel Geld auf die Inseln. Erst durch den Ersten Weltkrieg wurde dieser Aufschwung gestoppt - und schon damals flüchteten viele Bewohner der Armut wegen nach Lateinamerika.


Die Kanaren unter General Franco

Mit dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges im Jahre 1936 begann die nächste Katastrophe auf den Kanarischen Inseln. 1936 wurde General Franco von der republikanischen Regierung auf die Kanaren versetzt, wo er kurz darauf durch brutale Unterdrückung der Bevölkerung die Macht ergriff. Sein Militärregime wurde� international geächtet, wiederum flohen die Menschen nach Südamerika – oft in kaum für die Überfahrt geeigneten Booten. Viele ertranken auf der Flucht im Atlantik - so wie auch viele der heutigen Flüchtlinge, die aus Afrika auf die Kanaren kommen. Aus wirtschaftlicher Not heraus öffnete Anfang 1960 General Franco die Grenzen für ausländische Urlauber – er war der Begründer für den internationalen Tourismus in ganz Spanien. 1982 wurden die Kanarischen Inseln eine autonome Region des neuen Königreiches Spanien.


Die Wirtschaft

Obwohl die Kanaren als spanisches Territorium natürlich auch zur Europäischen Union gehören, haben sie einige besondere Privilegien durch Hilfsprogramme und Subventionen. Wirtschaftlich hängen alle Inseln am finanziellen Tropf des Tourismus. Fast 80 Prozent des jährlichen Bruttosozialprodukts wird durch den Tourismus erzielt, das sind rund 13 Milliarden Euro, erbracht durch etwa elf Millionen Gäste. Ansonsten profilieren sich die Kanarischen Inseln immer mehr als Drehkreuz des Warenhandels zwischen Europa, Afrika und Amerika. Zwei Prozent des Bruttosozialprodukts wird durch den Bananenanbau (etwa 300.000 Tonnen im Jahr) erzielt. Die Inseln verfügen insgesamt gesehen über die größten Bananen-Anbauplantagen Europas.


Nationalparks

Vier von insgesamt zehn Nationalparks in Spanien hat man auf den Kanarischen Inseln eingerichtet. Und etwa 60 Prozent der gesamten Inselflächen sind Naturschutzgebiete. Auf Teneriffa befindet sich auch der höchste Berg Spaniens: der 3718 Meter hohe Pico de Teide.


Die Bevölkerung

Die Urbevölkerung der Kanaren, die Guanchen, waren vermutlich kein eigenes Volk, sondern stammten allesamt von spanischen Eroberern ab. Alte Aufzeichnungen belegen, dass selbst die Guanchen spanische Familiennamen trugen. Spanisch war schon immer die Hauptsprache auf den Kanarischen Inseln. Allerdings etwas vermischt mit südamerikanischen Wörtern, was auf die große Auswanderungswelle zwischen 1936 und 1945 überwiegend nach Venezuela zurückzuführen ist. Grund war die Flucht vor dem spanischen Bürgerkrieg. Man schätzt, dass von etwa 700.000 Kanarios 100.000 die Inseln verließen.


Entdecker

Zwei Personen haben die Kanarischen Inseln berühmt gemacht: Christoph Kolumbus, der von hier aus versuchte Indien zu entdecken und in Amerika landete, aber auch der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt. Schon im Jahre 1799 kam er nach Teneriffa und beschrieben die einmalige Tier- und Pflanzenwelt. Die Vielfalt der Flora ist vor allem auf das ganzjährige immer angenehme Klima zurückzuführen: ob Regenwald oder Wüste, die Natur ist auf den Kanaren so vielfältig wie kaum anderswo.


Die sieben Hauptinseln der Kanaren

Man schätzt das Alter der sieben Vulkaninseln auf mehrere Millionen Jahre. Jede einzelne Insel hat ihre Besonderheiten. Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura, Teneriffa, La Gomera, El Hierro und La Palma, das sind die sieben Hauptinseln der Kanaren. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die ältesten Inseln Lanzarote und Fuerteventura sind, etwa 16 bis 20 Millionen Jahre alt. Der vulkanische Ursprung ist noch heute auf allen Inseln präsent. Der letzte Vulkanausbruch war 1971 auf La Palma, als der „Teneguía“ Rauch und Asche spuckte.


Fauna

Von großer Vielfalt ist auch die Tier- und Pflanzenwelt der Kanarischen Inseln. Biologen schätzen, dass es um die 2000 verschiedene Gewächse, Blumen- und Baumarten gibt, und immer wieder werden neue entdeckt. Etwa 1000 dieser Pflanzenarten gibt es nur auf den Kanaren. Typisch und faszinierend� ist der kanarische Lorbeerwald oder der ungewöhnliche Drachenbaum. Der berühmteste ist weit über 500 Jahre alt und steht in „Icod de los Vinos“ auf Teneriffa. Ihm und seinem roten Saft und seinen Früchten werden heilende Kräfte nachgesagt.


Die Kanarischen Inseln heute

Es ist nicht nur das angenehme Klima, das zwölf Monate auf den Inseln für wunderbare Urlaubstage sorgt, es ist auch die Vielfalt der Inseln, die für jeden Urlauber das Gewünschte bietet. Es sind nur vier Stunden Flugzeit bis zu den so genannten „Inseln der Glückseligkeit“ und ihren zahlreichen Attraktionen. Und welche dies sind, wird in den einzelnen Inselbeschreibungen dargestellt. Nicht nur Urlaub sondern auch Langzeiturlaub Kanaren ist in disem Teil Spaniens sehr beliebt.

www.wetter-kanaren.eu


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