Traumstraßen hinauf zum höchsten Berg Spaniens: Naturschauspiel Teide

Unverzichtbar, ja geradezu Pflicht für einen Teneriffa-Urlauber wenigstens einmal Spaniens höchsten Berg, den Teide mit rund 3700 Metern Höhe, zu erklimmen. Zwei Möglichkeiten hat der Urlauber zur Auswahl: einmal mit der Seilbahn, dann aber auch zu Fuß bis auf den Gipfel zu steigen.
Die schönste und interessanteste Route beginnt zweifellos in Puerto de la Cruz mit einem Mietwagen. Keine andere Strecke bietet einen solchen umfassenden Einblick in die Vielfalt der geologischen und landschaftlichen Unterschiede der Insel.


1. Teilstrecke: Von Puerto de la Cruz zum „Mirador de Humboldt“

Die Fahrt beginnt in der dicht bebauten Küstenregion rund um Puerto de la Cruz und führt direkt in eine der schönsten Städte Teneriffas, nach La Orotava, und man ist mittendrin im mit Abstand fruchtbarsten Gebiet der Insel. So viel Grün, vor allem durch die unzähligen Bananenplantagen, sieht man sonst nirgends auf Teneriffa. Auf seiner Fahrt wird man begleitet von riesigen Steinmauern, die die wunderbar schmeckenden Bananen vor den oft heftigen Winden schützen. Wer nicht gar zu schnell fährt, wird immer wieder die zahlreichen putzigen Geckos an den Mauern entdecken, die entweder ein Sonnenbad nehmen oder kleine Insekten jagen.
Man fährt durch viele kleine Ortschaften, bis man La Orotava erreicht, und ist bestimmt erschrocken, dass das Verkehrsaufkommen hier unten unglaublich hoch ist. Das Orotavatal hat eine größten Verkehrsdichten Teneriffas, denn viele Bewohner leben und arbeiten hier in oder für die Landwirtschaft. Um Zeit zu sparen sollte man sich den lohnenswerten Besuch von La Orotava auf einen anderen Tag verlegen und stattdessen auf der Straße „TF 21“ einen Abstecher zum gut ausgeschilderten „Mirador de Humboldt“ zu machen. Der Mirador, immer ein schöner Aussichtspunkt, wurde nach dem deutschen Forscher Alexander von Humboldt benannt, der vor über 200 Jahren genau hier stand und seinen berühmten Satz sagte: „Kein Ort der Welt scheint mir geeigneter, die Schwermut zu bannen und einem schmerzlich ergriffenen Gemüte den Frieden wiederzugeben.“
So pathetisch muss man nicht werden, aber der Ausblick über das Orotavatal ist trotz der vielen Bausünden immer noch wunderschön und beeindruckend. Doch immer noch kann man deutlich erkennen, wie steil die Begrenzungen durch Gebirgszüge sind und dass das ganze Tal auf den Resten eines gewaltiger Bergrutsches entstanden ist. Der Reisende sollte sich jetzt auch noch einmal an dem herrlichen Grün erfreuen, denn für den Rest des Tages wird dies das letzte Mal sein.

2. Teilstrecke: Auf der „TF 21“ nach Aguamansa und „La Caldera“

Weiter geht es dann auf der „TF 21“ steil, sehr steil nach oben, vorbei an den von Steinen befreiten Terrassenfeldern mit ihren uralten Trockenmauern. In heute noch mühseliger Arbeit wird auf den Terrassenfeldern Obst und Gemüse angebaut – alles von hervorragender Qualität und ausgezeichnetem Geschmack.
Hat man den kleinen Ort Aguamansa erreicht, besteht die Möglichkeit, ein kleines Picknick und eine erste Rast einzulegen. Wer kein Grillgut dabei hat, kann sich noch in Aguamansa versorgen. Nicht zu vergessen, sich ausreichend mit Getränken einzudecken und natürlich ein kleines Säckchen Holzkohle mitzunehmen. Gleich hinter dem Ort sieht man ein Schild mit der Aufschrift „La Caldera“. Es ist ein alter Vulkankrater in dem ein herrlicher Picknickplatz angelegt wurde. Zahlreiche Grillplätze stehen den Hungrigen zur Verfügung, auch deshalb, da „La Caldera“ auch ein beliebtes Ziel von Wanderern ist, die auf zahlreichen Wanderwegen hierher geführt werden.
Wer gerne wandert, sollte sich den Ort Aguamansa gut merken, denn rund herum befindet sich ein herrliches Wandergebiet, das vor allem durch den oberhalb des Ortes beginnenden Pinienwald führt, vorbei an den berühmten Kanarischen Kiefern, die sich mit ihren etwa 20 Zentimeter langen Nadeln das Wasser aus den oft durchziehenden Passatwolken ziehen.

3. Teilstrecke: Durch den Pinienwald zu den Lavafeldern

Mit Aguamansa endet auch die Besiedelung, Häuser sind kaum noch zu entdecken, schließlich ist man schon jetzt auf einer Höhe von fast 1000 Metern. Doch die Fahrt geht weiter nach oben, wo sich auf einer Höhe von etwa 2000 Metern der Wald erst lichtet und dann völlig aus dem Landschaftsbild verschwindet. Jetzt beginnt die bizarre Zone der Felsen vulkanischen Ursprungs, und dann ist es nicht mehr weit, bis man El Portillo erreicht, wo man auf die Straße nach La Laguna trifft, die man für den Rückweg benutzen wird. Hier befindet sich auch das gut ausgestattete Besucherzentrum des Nationalparks Teide. Informiert wird über die geologische Geschichte der Teide-Region, über die erstaunliche Vielfalt der Gewächse und vor allem über die interessantesten Wanderwege.
In dieser vulkanischen Landschaft wird man Gewächse finden, die man vorher noch nie gesehen hat. Die endemische Pflanzenwelt rund um dem Teide ist von einzigartiger Vielfalt. Deshalb sollte man sich auch für einen nur kurzen Spaziergang im Besucherzentrum einen kleinen Pflanzenführer kaufen, der auch in deutscher Sprache zu bekommen ist.
Als Beispiel sei der „Tajinaste rojo“ genannt, der Teide-Natternkopf, eine der schönsten und beeindruckendsten Pflanzen überhaupt, wenn sie im Mai und Juni mit Tausenden roter Blüten einer überdimensionalen Wunderkerze gleicht. Schon allein ihre Größe, manche sind weit mehr als zwei Meter hoch, ist ein kleines Wunder der Natur.

4. Teilstrecke: Mit der Gondel auf den Teide

Der Nationalpark selbst ist geprägt durch eine überraschende Farbenvielfalt der Lava- und Aschefelder: Über Weiß, Grün, Rot und Grau bis zu pechschwarzem Vulkangestein – Zeugnisse vulkanischer Aktivitäten innerhalb von Jahrmillionen. Dies kann man auch vom Auto aus genießen, wenn man zur Talstation der Teide-Seilbahn fährt. Hier sammelt sich der Tourismus, hier werden in Bussen die Touristen in Massen hergefahren – alle mit dem Ziel, einmal die grandiose Aussicht vom höchsten Berg Spaniens zu genießen.


Ein Tipp: Wer mit dem Mietwagen fährt, hat den Vorteil, dass er sich den Tag für seine Fahrt selbst aussuchen kann, denn oft sind die Wetterverhältnisse so schlecht, dass die Seilbahn ihren Betrieb einstellen muss. In dieser Höhe sind starke Winde, ja sogar Schneestürme nicht außergewöhnlich. Ob die Seilbahn auch tatsächlich fährt, kann man vorher in der Touristen-Information erfragen, die immer auf den neuesten Stand sind. Noch etwas ist sehr wichtig: Man muss entsprechende Kleidung mitnehmen. Gummilatschen und T-Shirts sind absolut tabu. Auf fast 3700 Meter Höhe ist es sehr kalt, es regnet oft und es schneit auch.
In der Nähe der Seilbahn befindet sich auch der Parador Nacional. Wer nicht auf den Cent achten muss, kann hier sein Mittagessen einnehmen. Man kann sich aber auch mit kleinen Snacks und Getränken versorgen. Es empfiehlt sich jedoch, diese bequem im Mietwagen mitzunehmen.


Schon alleine die Fahrt mit der Gondel ist unglaublich beeindruckend, und sie gibt einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Ausblicke. Oben angekommen, wird sich die bei idealem Wetter unglaubliche Aussicht für immer ins Gedächtnis einprägen. Da die Aufenthaltszeit bei großem Andrang beschränkt ist, sind es nicht wenige, die schweren Herzens wieder nach unten fahren müssen. Ganz nach oben auf den Gipfel dürfen jedoch nur wenige Besucher. Die mussten sich vorher eine Genehmigung bei der Nationalpark-Verwaltung holen. Doch dazu mehr im Bericht: „Wanderung auf den Teide.“

5. Teilstrecke: Durch den Wald „La Esperanza“ über La Laguna zurück nach Puerto de la Cruz

Wieder unten angekommen, fährt man bis zum Besucherzentrum zurück, in dessen Nähe auch die Kreuzung liegt, an der die Straße „TF 24“ nach La Laguna abzweigt, die man jetzt befahren kann und die nochmals durch weitläufige Lavafelder führt, bis man den Wald namens „La Esperanza“ erreicht. Man sollte nicht zu schnell fahren, denn immer wieder eröffnen sich überraschende Ausblicke auf La Palma und Gran Canaria. Von La Laguna aus geht es dann wieder zurück nach Puerto.

Für diese Strecke muss einen ganzen Tag einplanen, den man nur dann in La Laguna ausklingen lassen sollte, wenn man in einem der vielen guten Restaurants der Altstadt noch ein Abendessen verzehren möchte. Denn auch La Laguna ist so interessant und schön, dass man die Stadt in einen Tagesausflug integrieren muss.


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