Ob Fisch, Fleisch oder Käse – Kantabrien eine kulinarische Landschaft

Weltruhm durch Sardellen

Die besten Sardellen der Welt kommen aus dem kleinen Dorf Santoña. Der gesamte Ort riecht nach gekochtem Fisch. Man kann die Haupteinnahmequelle von Santoña sehen, riechen, und schmecken, und zwar überall. Fast 50 fischverarbeitende Betriebe haben eine lange Tradition, sind meist schon immer in Familienbesitz und Arbeitgeber vor allem für Frauen, die mit viel Geschick die fertigen Sardellen noch von Hand in die Dosen zwängen.

Anchoas, die Sardellen, haben Kantabrien weltberühmt gemacht. Doch der Ort leidet trotzdem. Was für alle Meere dieser Welt zum Problem geworden ist, gilt auch für Kantabrien: Trotz der Warnungen von Wissenschaftlern und Naturschützern wurde auch das Kantabrische Meer überfischt. Die EU sah sich sogar gezwungen, ein Fangverbot zu verhängen. Und jetzt hoffen alle, die in der Fischindustrie arbeiten, dass sich die Fischbestände wieder regenerieren. Nicht wenige Fachleute bezweifeln dies.

Sichtbar sind die Folgen der Überfischung in den Kühlhäusern der Fischfabriken. Dort lagern noch große Mengen von eingesalzenen Sardellen, die schon vor Jahren planlos aus dem Meer geholt wurden. Die Menschen fürchten um Ihre Arbeitsplätze.


Sehr gefragt: Edelfische

Doch nicht nur Sardellen prägen die Fischerei Kantabriens. Einst war das Meer mit Fischen überfüllt. Ein einziger Fang versprach ein gutes Einkommen. Kantabrische Fische sind gefragt und werden schockgefrostet weltweit verkauft. Seespinnen, Hummer, Langusten und der Klassiker in spanischen Küchen, der Wolfsbarsch, finden reißenden Absatz – und werden immer teurer. Mussten die Fischer früher nur einen Tag aufs Meer hinaus um ihr Boot mit Fischen zu beladen, sind sie heute bis zu einer Woche für die gleiche Menge auf See.

Doch es lohnt sich immer noch, an die Küste Kantabriens zu kommen. Die Flieger landen in Santander, diesem hoch eleganten Seebad, mit einer traumhaften Bahia und vielen Stränden. Die Restaurants preisen ihre Fischgerichte in allen Variationen an, und in den ganz guten Lokalen kann man sich aus riesigen Meerwasser-Aquarien bedienen und auch noch den letzten Fisch zum Tode verurteilen.

Der „Stinker“ ist der berühmteste Käse

Neben Fisch spielt auch der Käse nicht nur eine wirtschaftlich eine große Rolle. Jede Stadt, jedes Dorf beherbergt eine Käsebruderschaft. Sie haben den Käse zu einer Nebenreligion erhoben. Der Käse wurde von den Bruderschaften heilig gesprochen. Man konkurriert mit dem Käse nicht nur mit dem Baskenland, sondern hat auch dem französischen Käse den „Krieg“ erklärt, mit Herstellungsmethoden, die man in Frankreich ausspioniert hat.

In den Region des „Pico-de-Europa-Gebirges“ leben auf saftigen Wiesen die Kühe, Schafe und Ziegen, die Milch in rauhen Mengen produzieren, aus der dieser hervorragende Käse hergestellt wird. Mit am berühmtesten ist der Edelschimmelstinker-Käse aus Tresviso., der seinen Namen völlig zu Recht trägt. Eine weitere Spezialität ist der Blauschimmelkäse, gezüchtet in den feuchten Felshöhlen des Gebirges.


Zuchterfolge mit Austern

Und da gibt es auch noch die Austern. Nein, nicht mehr im Meer, sondern in den riesigen Zuchtbecken im sauberen Wasser von „Ría de San Vicente de la Barquera“. Es gibt kein Restaurant, das keine Austern-Spezialitäten anbietet, zu Preisen, die der Qualität durchaus angemessen sind.


Auf dem Vormarsch: Süßwasserfische

Die dominierenden Berge der „Picos de Europa“ mit alpinem Charakter und glasklaren Bächen und kleineren Flüssen, machen Kantabrien auch für Süßwasserfische interessant. Neben den Fischen aus dem Meer findet man auf den Speisekarten der Restaurant immer mehr Gerichte von Lachs und Forelle. Und die „Picos de Europa“ sind bei Anglern, auch Fliegenfischern, eine sehr gefragte Gegend.


Deftige Menüs

Wanderer begegnen in den Tälern immer wieder frei laufenden Schweinen, die einen außergewöhnlichen Schinken liefern, der gerne als Vorspeise für ein deftiges Menü serviert wird. Dem Schinken folgt in der Regel ein Eintopf mit Schweine-, Rind- und Kalbfleisch und ihm wiederum ein Braten vom Zicklein sowie ein Dessert namens „Corbatas de Unquera“, ein köstliches, aber sehr süßes Blätterteiggebäck. Das Menü wird traditionsgemäß mit einem „Orujo“, einem Tresterschnaps, beendet.

Kantabrien kulinarisch zu entdecken, das ist eine Reise zu den Ursprüngen ländlich geprägter Köstlichkeiten in einer wunderschönen Landschaft im Hinterland des Kantabrischen Meeres.


Mietwagen Spanien

Spanien hat viel zu bieten. Am besten mit dem Mietwagen die Umgebung erkunden.

Städtereisen Spanien

Spanien ist ein ideales Ziel für Städtereisen. Beispielsweise ein Wochenende in Madrid zum Shoppen....

Lastminute nach Spanien

Hier finden Sie die schönsten Ziele in Spanien.




Mallorca

Mallorca
Die Pflanzenwelt Mallorcas wird auf 1500 Arten geschätzt. mehr...